Dissertation: Der Student als Führer? Handlungsmöglichkeiten eines jungakademischen Funktionärskorps am Beispiel der Universität Kiel (1927-1945) [abgeschlossen]

Die Dissertation, die im Rahmen des Projektes "Die Studierenden der Universität Kiel" vom Präsidium der Hochschule gefördert wurde, ist im Januar 2006 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eingereicht und mit der Note "summa cum laude" bewertet worden. In der Arbeit werden die Handlungsmöglichkeiten jungakademischer Funktionäre in den Jahren zwischen 1927 und 1945 am Beispiel der Biographien und Gestaltungsoptionen von 39 männlichen Studierendenführer der Kieler Universität, die zwischen der Etablierung der Kieler NS-Hochschulgruppe im Jahr 1927 und dem Zerfall des NS-Regimes im Jahr 1945 der Kieler Studentenschaft, dem örtlichen Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) oder der schleswig-holsteinischen Gaustudentenführung vorstanden, aufgezeigt. Dies geschieht auf dem Weg einer Analyse der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen sowie ihres Habitus, wobei angenommen wird, dass sich in einer Generation Gemeinschaften und Gruppen bilden. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel) und Prof. Dr. Michael Kißener (Mainz) betreut und ist inzwischen in der Reihe "Kieler Historische Studien" beim Jan Thorbecke-Verlag erschienen.

 

Publikation/Publication

Martin Göllnitz, Der Student als Führer? Handlungsmöglichkeiten eines jungakademischen Funktionärskorps am Beispiel der Universität Kiel (1927-1945) (Kieler Historische Studien 44), Ostfildern 2018.

 

Preise/Prizes

  • Fakultätenpreis der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft 2018 [dotiert mit 3.000 Euro]
  • Wissenschaftspreis der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten [dotiert mit 2.000 Euro]

 

Rezensionen/Reviews

"Was den für diese Untersuchung geleisteten Rechercheaufwand, die methodische Durchdringung des Stoffes, die klare Präsentation der Ergebnisse, die sprachliche Präzision und den Erkenntnisgewinn angeht, könnte sie zweifellos auch als Habilitationsschrift bestehen. [...] Göllnitz hat eine wegweisende Arbeit verfaßt, die, würde man sie mit gleicher Methode, Intensität und Gründlichkeit für andere Universitäten durchführen, vermutlich ähnliche Ergebnisse zeitigen würde."

— Prof. Dr. Frank-Rutger Hausmann, Informationsmittel für Bibliotheken (Juli 2018)

 

"Inspiriert von jüngeren Studien zur Führungsschicht des Reichssicherheitshauptamtes sieht er sein Buch ebenfalls als einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der akademisch gebildeten nationalsozialistischen "Weltanschauungselite" und ihres "generationellen Stils" (Ulrich Herbert). [...] Für die nationalsozialistischen Studentenfunktionäre liegt nun dank Martin Göllnitz eine detailreiche und umfassend kontextualisierte Fallstudie vor."

— Gunnar Take, sehepunkte 18/10 (Oktober 2018)

 

"Weitere wichtige methodische und analytische Gesichtspunkte verbindet der Verfasser mit J. Reuleckes Begriff der „Generationalität“ und U. Herberts Erklärungen zum „generationellen Stil“. [...] Zugleich bietet die Studie – und dies ist von hohem Wert – eine Dokumentation der nationalsozialistischen Studierendengeschichte in einem Umfang und einer durchwegs fundierten Detailgenauigkeit in Zeiten, in denen es auf Genauigkeit bei Analysen des Nationalsozialismus und der Verwicklungen in eine Diktatur wieder sehr ankommt."

— Prof. Dr. Rainer S. Elkar, ZSHG 143 (2018)

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